Was passiert nach dem Ankauf von Industrie-Komponenten?
Der Verkauf überschüssiger Industriekomponenten endet für viele Unternehmen mit der Abholung der Ware. Für einen professionellen Wiedervermarkter beginnt die eigentliche Arbeit jedoch häufig erst zu diesem Zeitpunkt.
Ob Frequenzumrichter, Elektromotoren, Steuerungstechnik, Sensorik, Pneumatik, Hydraulik oder andere industrielle Ersatzteile: Damit aus einem übernommenen Restbestand wieder nutzbare und vermarktbare Komponenten werden können, müssen die Artikel zunächst geprüft, identifiziert, erfasst und sinnvoll eingelagert werden.
Doch wie läuft dieser Prozess eigentlich ab?
Wir zeigen, welche Schritte typischerweise zwischen dem Ankauf industrieller Restbestände und der späteren Wiedervermarktung von Industriekomponenten liegen.
Vom Lagerbestand zur wiedervermarktbaren Industriekomponente
In Industriebetrieben entstehen aus ganz unterschiedlichen Gründen überschüssige Bestände.
Maschinen werden modernisiert, Anlagen umgebaut oder Produktionslinien stillgelegt. Ersatzteilstrategien verändern sich, bestimmte Baureihen werden nicht mehr eingesetzt oder ein Standort benötigt vorhandene Komponenten schlicht nicht mehr.
Was für das abgebende Unternehmen keinen operativen Nutzen mehr hat, kann an anderer Stelle weiterhin gebraucht werden.
Genau hier beginnt die Wiedervermarktung.
Die Herausforderung besteht darin, einen teilweise sehr unterschiedlichen Bestand strukturiert aufzubereiten. Während eine Lieferung aus wenigen identischen Komponenten bestehen kann, umfassen andere Übernahmen eine große Zahl verschiedener Artikel aus unterschiedlichen Bereichen der Industrie.
Entsprechend wichtig ist ein strukturierter Prozess.
1. Wareneingang und erste Sichtprüfung
Nach der Übernahme und dem Transport beginnt zunächst der Wareneingang.
Hier wird geprüft, ob die angelieferte Ware grundsätzlich mit den vorhandenen Informationen übereinstimmt.
Dabei geht es beispielsweise um Fragen wie:
Welche Mengen wurden angeliefert?
Sind die Komponenten vollständig?
Sind Originalverpackungen vorhanden?
Sind Beschädigungen erkennbar?
Sind Typenschilder und Artikelnummern lesbar?
Handelt es sich um neue, unbenutzte oder gebrauchte Ware?
Gerade bei größeren Lagerbereinigungen kann die Ware sehr unterschiedlich verpackt sein.
Ein Teil befindet sich möglicherweise noch in Originalkartons, andere Komponenten liegen bereits seit Jahren unverpackt in einem Ersatzteillager. Wieder andere wurden bei einem Maschinenumbau aus einer Anlage ausgebaut.
Eine erste Sichtprüfung schafft deshalb die Grundlage für alle weiteren Schritte.
2. Identifikation der Komponenten
Einer der wichtigsten Arbeitsschritte ist die eindeutige Identifikation der einzelnen Artikel.
Bei Industriekomponenten reicht die Bezeichnung des Herstellers allein häufig nicht aus.
Entscheidend ist die exakte Typen-, Artikel- oder Bestellnummer.
Bei vielen Produktfamilien unterscheiden sich einzelne Varianten beispielsweise durch:
Leistung
Spannung
Baugröße
Kommunikationsschnittstelle
Software- oder Hardwarestand
Bauform
Anschlussart
technische Optionen
Äußerlich können zwei Komponenten nahezu identisch aussehen und trotzdem technisch vollkommen unterschiedlich sein.
Deshalb spielen Typenschilder bei der Wiedervermarktung eine besonders wichtige Rolle.
Ein gut lesbares Typenschild ermöglicht eine eindeutige Zuordnung und hilft später auch potenziellen Käufern dabei, die Kompatibilität mit der vorhandenen Anlage zu prüfen.
3. Erfassung und Dokumentation
Nach der Identifikation folgt die strukturierte Erfassung.
Dabei werden die wichtigsten Artikelinformationen dokumentiert.
Typische Daten sind unter anderem:
Hersteller
genaue Typenbezeichnung
Artikelnummer
Stückzahl
Zustand
technische Daten
vorhandene Verpackung
besondere Merkmale
Zusätzlich werden häufig Fotos der Komponenten und Typenschilder erstellt.
Je besser ein Artikel dokumentiert ist, desto einfacher ist später die weitere Vermarktung.
Gerade bei technischen Industrieprodukten erwarten Käufer möglichst genaue Informationen. Eine korrekte Artikelnummer oder ein gut lesbares Typenschild kann deshalb entscheidender sein als eine lange allgemeine Produktbeschreibung.
4. Zustand realistisch einordnen
Nicht jede Industriekomponente ist neu und originalverpackt.
Bei übernommenen Lagerbeständen gibt es häufig unterschiedliche Zustände.
Dazu gehören beispielsweise:
Neu und originalverpackt
Die Komponente befindet sich noch in der ursprünglichen Herstellerverpackung und wurde offensichtlich nicht verwendet.
Neu oder unbenutzt ohne Originalverpackung
Der Artikel wurde möglicherweise als Ersatzteil gelagert, die ursprüngliche Verpackung ist jedoch nicht mehr vorhanden.
Lagerspuren
Eine Komponente kann technisch unbenutzt sein, aber aufgrund langer Lagerung optische Spuren oder beschädigte Verpackungen aufweisen.
Gebraucht
Der Artikel war bereits in einer Maschine oder Anlage verbaut.
Aus einer Anlage ausgebaut
Bei Maschinenumbauten oder Stilllegungen werden Komponenten häufig aus bestehenden Anlagen demontiert.
Eine möglichst klare Zustandsbeschreibung ist für eine seriöse Wiedervermarktung besonders wichtig.
5. Sortierung nach Warengruppen
Nach der Erfassung werden die Komponenten sinnvoll sortiert.
Industrie-Restbestände können sehr unterschiedliche Produktgruppen enthalten.
Typische Bereiche sind beispielsweise:
Automatisierungs- und Steuerungstechnik
Dazu zählen unter anderem SPS-Komponenten, Steuerungsmodule, Bediengeräte oder industrielle Kommunikationsbaugruppen.
Antriebstechnik
Hierzu gehören Frequenzumrichter, Servoregler, Elektromotoren und Getriebemotoren.
Sensorik und Messtechnik
Sensoren, Messumformer, Schalter oder andere Komponenten zur Überwachung industrieller Prozesse gehören ebenfalls häufig zu Ersatzteilbeständen.
Pneumatik und Hydraulik
Ventile, Zylinder, Drucktechnik, Pumpen und weitere Komponenten aus diesen Bereichen finden sich regelmäßig in industriellen Lagern.
Mechanische Ersatzteile
Auch Lager, Antriebskomponenten und andere technische Ersatzteile können Teil eines größeren Bestandes sein.
Die Sortierung erleichtert sowohl die Lagerhaltung als auch die spätere Vermarktung erheblich.
6. Professionelle Lagerung
Auch nach der Erfassung müssen Industriekomponenten fachgerecht gelagert werden.
Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle.
Empfindliche Elektronik sollte beispielsweise geschützt vor Feuchtigkeit und mechanischen Beschädigungen gelagert werden. Große Elektromotoren oder schwere Komponenten benötigen dagegen entsprechend geeignete Lagerplätze.
Eine strukturierte Lagerhaltung ermöglicht außerdem, Artikel später schnell wiederzufinden.
Das klingt selbstverständlich, ist bei mehreren tausend unterschiedlichen Industriekomponenten jedoch ein wesentlicher Bestandteil einer effizienten Wiedervermarktung.
7. Einschätzung der Vermarktbarkeit
Nicht jede Industriekomponente besitzt automatisch einen hohen Marktwert.
Bei der Bewertung spielen verschiedene Faktoren zusammen.
Dazu gehören unter anderem:
Hersteller
Produktgruppe
Alter
Zustand
Stückzahl
technische Ausführung
Marktverfügbarkeit
Nachfrage nach der Baureihe
Interessanterweise kann auch ältere Technik weiterhin gefragt sein.
Viele Produktionsanlagen bleiben über Jahrzehnte im Einsatz. Wird eine Baureihe vom Hersteller nicht mehr produziert, können vorhandene Ersatzteile für Betreiber solcher Anlagen weiterhin wichtig sein.
Deshalb bedeutet „alt“ bei industriellen Ersatzteilen nicht automatisch „wertlos“.
8. Wiedervermarktung statt Verschrottung
Nach der Aufbereitung beginnt die eigentliche Wiedervermarktung.
Ziel ist es, vorhandene Komponenten wieder einem sinnvollen Einsatz zuzuführen.
Das hat mehrere Vorteile.
Für das ursprünglich abgebende Unternehmen wird nicht mehr benötigter Lagerbestand reduziert.
Für den späteren Käufer entsteht gleichzeitig die Möglichkeit, benötigte Ersatzteile zu beschaffen, die möglicherweise regulär nur noch schwer erhältlich sind.
Und schließlich können vorhandene technische Produkte länger genutzt werden, anstatt funktionierende Komponenten frühzeitig zu entsorgen.
Gerade bei hochwertigen Industrieprodukten kann eine verlängerte Nutzungsdauer wirtschaftlich sinnvoll sein.
Warum industrielle Restbestände häufig unterschätzt werden
In vielen Unternehmen wachsen Ersatzteillager über Jahrzehnte.
Neue Maschinen kommen hinzu, ältere Anlagen werden ersetzt und Ersatzteilstrategien verändern sich.
Dadurch entstehen Bestände, bei denen irgendwann niemand mehr genau weiß, welche Komponenten noch benötigt werden.
Typische Beispiele sind:
Ersatzteile für nicht mehr vorhandene Maschinen
Restbestände nach einem Anlagenumbau
Komponenten aus stillgelegten Produktionslinien
Reservebestände aus abgeschlossenen Projekten
nicht mehr benötigte Automatisierungstechnik
überzählige Motoren oder Antriebskomponenten
technische Lagerbestände nach Standortveränderungen
Solche Bestände können wertvollen Lagerplatz blockieren und verursachen gleichzeitig administrativen Aufwand.
Eine strukturierte Verwertung kann deshalb sowohl wirtschaftlich als auch organisatorisch sinnvoll sein.
Muss ein Unternehmen seinen Bestand vorher vollständig katalogisieren?
Nein.
Gerade bei größeren Lagerbereinigungen ist eine vollständige Erfassung jeder einzelnen Position durch den Verkäufer häufig sehr aufwendig.
Für eine erste Einschätzung reichen oftmals bereits:
eine vorhandene Bestandsliste
einige Übersichtsfotos
Herstellerangaben
Typenbezeichnungen
ungefähre Stückzahlen
Informationen zum Zustand
Auf dieser Basis lässt sich häufig bereits erkennen, welche Produktgruppen vorhanden sind und ob der Bestand grundsätzlich interessant ist.
Weitere Informationen können anschließend gezielt ergänzt werden.
Gesamtabnahme kann den Aufwand deutlich reduzieren
Unternehmen könnten überschüssige Ersatzteile theoretisch auch einzeln verkaufen.
Bei größeren Beständen bedeutet das allerdings häufig erheblichen Aufwand.
Jeder Artikel muss beschrieben, angeboten, gelagert, verpackt und versendet werden. Hinzu kommen Rückfragen potenzieller Käufer und zahlreiche einzelne Geschäftsvorgänge.
Eine Gesamtabnahme von Industrie-Restbeständen kann diesen Prozess deutlich vereinfachen.
Insbesondere bei Lagerbereinigungen, Umbauten oder Stilllegungen kann es sinnvoll sein, nicht nur einzelne hochwertige Komponenten zu betrachten, sondern den Bestand als Ganzes.
Industriekomponenten verkaufen: Welche Unterlagen sind hilfreich?
Wer industrielle Ersatzteile oder komplette Restbestände verkaufen möchte, kann die Prüfung mit einigen einfachen Informationen deutlich beschleunigen.
Besonders hilfreich sind:
Bestandslisten
Excel- oder ähnliche Tabellen mit Hersteller, Typenbezeichnung und Stückzahl sind eine ideale Grundlage.
Übersichtsfotos
Fotos von Paletten, Regalen oder Lagerbereichen vermitteln schnell einen Eindruck von Umfang und Zusammensetzung.
Typenschilder
Bei interessanten Positionen helfen gut lesbare Typenschilder bei der eindeutigen Identifikation.
Zustandsinformationen
Eine kurze Information, ob die Ware neu, unbenutzt, gebraucht oder aus Anlagen ausgebaut wurde, erleichtert die Bewertung.
Vom überschüssigen Lagerbestand zurück in den Wirtschaftskreislauf
Die Wiedervermarktung industrieller Ersatzteile ist deutlich mehr als der reine An- und Verkauf von Komponenten.
Zwischen Übernahme und erneutem Verkauf liegen zahlreiche Arbeitsschritte: prüfen, identifizieren, dokumentieren, sortieren, lagern und vermarkten.
Gerade diese strukturierte Aufbereitung ermöglicht es, technische Komponenten aus überschüssigen Lagerbeständen wieder verfügbar zu machen.
MAAS Import Export beschäftigt sich mit dem Ankauf und der Wiedervermarktung industrieller Rest-, Ersatzteil- und Überbestände.
Interessant sind unter anderem Bestände aus Lagerbereinigungen, Maschinenumbauten, Modernisierungen und Stilllegungen.
Auch umfangreichere Bestände können geprüft und als Gesamtheit bewertet werden.
Industrie-Restbestände oder Ersatzteile abzugeben?
Sie verfügen über nicht mehr benötigte Industriekomponenten, Ersatzteile oder größere technische Lagerbestände?
Für eine erste Prüfung reichen häufig bereits eine Bestandsliste und einige Übersichtsfotos.
Auf dieser Grundlage kann schnell eingeschätzt werden, ob die vorhandenen Komponenten für eine Übernahme interessant sind.
MAAS Import Export e.K.
Ankauf und Wiedervermarktung industrieller Komponenten und Ersatzteile





